Alte Magic-Karten gefunden? So findest du heraus, was sie wert sind
Eine vergessene Umzugsbox voller Karten von 1996 bis 2001, darunter eine Karte für 60 €: wie ich alte Sammlungen sortiere, bewerte und erfasse und worauf du dabei achten solltest.
Eine vergessene Umzugsbox voller Karten von 1996 bis 2001, darunter eine Karte für 60 €: wie ich alte Sammlungen sortiere, bewerte und erfasse und worauf du dabei achten solltest.
Fast jeder, der in den Neunzigern oder frühen Zweitausendern Magic gespielt oder gesammelt hat, hat irgendwo noch eine Kiste stehen. Bei mir war es eine Umzugsbox, die seit meinem Umzug 2019 im Keller lag. Der Inhalt ist deutlich älter: Karten aus Alliances (1996), Visions, Mirage, Odyssey, Prophecy, Judgment, Torment und der Sixth Edition. In zwei Videofolgen habe ich die Box Karte für Karte durchgearbeitet. Hier fasse ich zusammen, wie ich dabei vorgehe und was ich gelernt habe.
Bevor du irgendetwas bewertest, öffne die Kiste einmal vorsichtig und schau, in welchem Zustand die Karten sind: Feuchtigkeit, verbogene Stapel, Gummibänder, die sich in die Karten gedrückt haben. Danach sortiere ich nach Set. Das Setsymbol steht bei Magic rechts neben der Typzeile. Bei alten Sets fehlt oft noch die Sammlernummer auf der Karte, deshalb hilft eine Suche nach dem Kartennamen, bei der du das passende Set anhand des Symbols auswählst.
Eine Besonderheit alter Sets: Manche Karten gibt es mit mehreren Bildern. In Alliances zum Beispiel existieren von einigen Commons zwei verschiedene Illustrationen unter derselben Nummer. Wer genau sammeln will, prüft deshalb das Bild und nicht nur den Namen.
Die Preise, die TCG-Completist anzeigt, sind Trendpreise, also der Durchschnitt dessen, was eine Karte zuletzt auf Cardmarket gekostet hat. Nagel dich nicht auf diese Zahl fest. Drei Dinge verschieben den echten Wert deiner Karte stark:
Mehr zur Herkunft der Zahlen steht in Kartenpreise erklärt.
Die meisten alten Karten sind wenige Cent wert, und das ist normal. Aber zwischen hunderten Commons liegen immer wieder echte Funde. Aus meiner Box:
Die Lehre daraus: Nicht nach dem ersten Stapel aufgeben. Der Wert einer alten Sammlung steckt fast immer in wenigen einzelnen Karten, und die findest du nur, wenn du wirklich jede Karte einmal in der Hand hattest.
In der ersten Folge habe ich jede Karte noch per Suche ins Portal eingetragen. Das funktioniert, kostet bei einer ganzen Kiste aber Stunden. In der zweiten Folge habe ich die nächsten 89 Karten aus vier Sets nur noch mit dem Kartenscanner erfasst: eine alte Webcam auf den Tisch gerichtet, Karte davorhalten, fertig. Zwei Karten hat der Scanner nicht erkannt, alle anderen landeten mit Set, Nummer und Preis direkt in der Sammlung. Ein Detail, das mir dabei aufgefallen ist: Karten ohne Schutzhülle werden zuverlässiger erkannt, weil die Folie spiegelt. Wie der Scanner funktioniert, steht im Ratgeber Sammlung scannen statt abtippen.
Ein Vorteil der digitalen Erfassung: Du trennst deutsche und englische Exemplare sauber. Hast du dieselbe Karte in beiden Sprachen, stellst du in TCG-Completist einfach die Kartensprache um und hakst sie dort ein zweites Mal ab. Doppelte zählst du über die Anzahl mit und kannst sie später tauschen.
Alles, was mehr als ein paar Euro wert ist, kommt bei mir sofort in eine Hülle. Bei Hüllen gibt es große Unterschiede: Die günstigen „Penny Sleeves“ für rund 50 Cent pro 100 Stück sind besser als nichts, haben aber oben und unten viel Spiel, die Karte rutscht. Für wertvolle Karten nehme ich passgenaue Hüllen, in denen die Karte bündig sitzt. Mehr dazu im Ratgeber Karten richtig lagern.