Lohnt sich ein Play-Booster-Display? Mein Hobbit-Display im Praxistest
140 € bezahlt, 30 Booster geöffnet, jede Karte eingetragen: was im Magic-Display „Der Hobbit“ wirklich steckte, warum ich trotzdem Play-Booster kaufe und was ich heute anders machen würde.
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Ich sammle Magic seit etwa 1995, und zwar als Sammler, nicht als Spieler. Mich
interessieren keine Decks, sondern volle Ordnerseiten. Für das Set
„Der Hobbit“ habe ich deshalb das gemacht, was viele Sammler
zum Start eines neuen Sets tun: ein deutsches Play-Booster-Display
gekauft, alle 30 Packungen vor der Kamera geöffnet und jede Karte direkt in
TCG-Completist eingetragen. Hier ist die ehrliche Abrechnung.
Was das Display gekostet hat
Bezahlt habe ich 140 €. Das ist für ein frisches Display ein
eher guter Preis: Wird ein Set knapp, klettern dieselben Displays schnell auf
170, 180 oder sogar 200 €. Das Collector-Booster-Display desselben Sets lag zu
dem Zeitpunkt deutlich über 300 €, und genau da hört für mich der Spaß auf. Ich
gebe keine 300 € aus in der Hoffnung, dass eine bestimmte Karte drin ist. Lieber
nehme ich das Play-Booster-Display mit und kaufe die fehlenden Karten später
gezielt einzeln.
Warum ein deutsches Display? Ich sammle bevorzugt auf Deutsch. Deutsche
Karten erzielen am Markt oft etwas weniger als englische, aber das ist mir egal.
Eine Sammlung ist Geschmackssache, und meine Ordner sollen auf Deutsch sein.
Was in einem Play-Booster steckt
Laut Hersteller enthält jeder Play-Booster:
1 bis 3 Karten der Seltenheit „selten“ oder höher (in etwa 2 % der Packungen sind es drei),
3 bis 5 nicht ganz so häufige Karten (Uncommons),
7 bis 9 häufige Karten (Commons),
eine Landkarte, die auch als Foil kommen kann,
und eine beliebige Foil-Karte.
Dazu liegt auf jedem Display ein Box-Topper: eine einzelne
Foil-Karte, die nicht aus den Packungen kommt.
Die Ausbeute: 30 Packungen, drei Mythics
Das Ergebnis war, vorsichtig gesagt, durchwachsen. In den 30 Packungen
steckten nur drei mythische Karten: Thorin Eichenschild, Gollum
der Rätselmeister und ganz zum Schluss Beorn der Wilde. Bei der Halbzeit hatte
ich genau eine. Dazu kamen schöne seltene Foils wie „Rätsel in der Finsternis“
und mehrere randlose Karten, etwa „Bilbo, Glücksträger“. Optisch ist das Set
ein Genuss, das Artwork ist auf fast jeder Karte stark.
Gerettet hat das Display der Box-Topper: Galadriels Zurückweisung
in Foil. Erst später habe ich auf der Karte die Zeile „M0016 HOC DE“ genauer
angeschaut: M steht für Mythic, HOC für das Nebenset „The Hobbit Eternal“. Damit
waren es am Ende doch vier Mythics, und die beste Karte des ganzen Displays kam
nicht aus einer Packung, sondern lag obendrauf.
In Zahlen: Nach dem Öffnen zeigte das Portal für alle Karten zusammen rund
75 € nach Trendpreisen, knapp die Hälfte davon allein durch den
Box-Topper mit gut 35 €. Gegen 140 € Kaufpreis ist das ein klares Minus, und
Trendpreise sind keine Ankaufspreise. Wer seine Karten verkaufen will, bekommt
real weniger.
Warum ich trotzdem Play-Booster kaufe
Ein Display ist kein Investment, sondern der günstigste Weg, den
Grundstock eines Sets zu bekommen. Aus einem Play-Booster-Display ziehst
du einen Großteil der häufigen und ungewöhnlichen Karten, oft 80 bis 85 % des
Teils, der überhaupt in Play-Boostern vorkommt. Genau diese Karten einzeln zu
kaufen wäre umständlich: viele Bestellungen, viel Porto für Karten im Centbereich.
Die Lücken, die danach bleiben, sind überschaubar und lassen sich gezielt
schließen.
Die Folie der Play-Booster ist zäh. Nach ein paar Packungen hatte ich den
Dreh raus: oben an der Schweißnaht die Packung leicht zusammendrücken und
hin- und herbewegen, bis sich eine kleine Lücke öffnet. Daran lässt sich die
Packung sauber aufziehen, ohne an den Karten zu reißen. Früher habe ich Displays
übrigens nur mit Handschuhen geöffnet, damit keine Karte einen Fingerabdruck
bekommt. So streng sehe ich das heute nicht mehr, aber jede Karte wandert nach
dem Eintragen in eine Hülle und in den Ordner.
Eintragen statt Abtippen
Bei über 400 Karten pro Display ist das Erfassen die eigentliche Arbeit. Ich
habe einen Teil der Karten mit dem Kartenscanner
von TCG-Completist eingelesen: Karte vor die Handy- oder Webcam halten, das
Portal erkennt Name, Set und Nummer, ein Klick und sie ist in der Sammlung.
Danach zeigt das Set-Raster sofort, welche Nummern noch fehlen, und die
Doppelten landen auf Wunsch in der Tauschbörse.
Fazit
Als Geldanlage lohnt sich kein Display. Mein Hobbit-Display
hat nach Trendpreisen rund die Hälfte seines Kaufpreises eingebracht.
Als Startpunkt für eine Set-Sammlung schon. Für 140 € hatte
ich den Großteil der regulären Karten auf einen Schlag, inklusive Erlebnis.
Collector-Displays nur, wenn du gezielt die Sonderversionen willst.
Für die normale Sammlung ist der Aufpreis zu hoch.
Den Rest gezielt einzeln kaufen, und zwar erst, wenn die Preise
nach dem Erscheinen etwas gefallen sind.
Das komplette Öffnen aller 30 Packungen mit laufender Preisanzeige gibt es als
Video weiter unten.
140 € für das Hobbit Play-Booster-Display – und nur 75 € rausgeholt?! Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen. Dabei werden Daten wie deine IP-Adresse an YouTube übertragen.Auf YouTube ansehen ↗