Was kostet ein komplettes Magic-Set wirklich? Das Hobbit-Set in vier Stufen

Von 300 € bis 8.000 €: Ich rechne am Beispiel „Der Hobbit“ vor, was die verschiedenen Ausbaustufen eines Sets kosten, und zeige, wie ich die Lücken über Cardmarket günstig schließe.

Anzeige

Nach meinem Hobbit-Display stand die nächste Frage im Raum: Was kostet es, dieses Set wirklich komplett zu haben? Die Antwort hängt davon ab, was „komplett“ für dich bedeutet. Bei modernen Magic-Sets gibt es nicht mehr die eine Kartenliste, sondern mehrere Stufen, und jede kostet ein Vielfaches der vorherigen. Alle Zahlen stammen aus meiner Sammlung in TCG-Completist und sind Trendpreise zum Zeitpunkt der Aufnahme, wenige Wochen nach Erscheinen des Sets.

Warum ein Set heute mehrere Kartenlisten hat

Das Hobbit-Set hat die Sammlernummern 1 bis 321. Aus einem normalen Play-Booster kannst du aber nur die Karten 1 bis 238 ziehen. Alles dahinter, also Sonderrahmen, randlose Versionen und Foil-Varianten, gibt es ausschließlich in Collector-Boostern. Ein Teil der Karten existiert sogar nur als Foil. Und dann gibt es noch das Nebenset „The Hobbit Eternal“, für das es überhaupt keine eigenen Booster gibt: Diese Karten kommen nur aus Collector-Boostern oder als Box-Topper, einer pro Display.

Die vier Stufen und was sie kosten

Ausgangspunkt ist ein geöffnetes Play-Booster-Display für 140 €. Was danach noch fehlt, kostet ungefähr:

  1. Nur die Karten 1 bis 238 (alles, was es in Play-Boostern gibt): noch rund 300 bis 350 €.
  2. Alle 280 normalen Karten, also inklusive der Sonderversionen aus Collector-Boostern: noch rund 650 €.
  3. Das komplette Set 1 bis 321, inklusive aller Foil-only- und Surge-Foil-Karten: noch rund 3.800 €.
  4. Dazu „The Hobbit Eternal“: insgesamt rund 8.000 €.

Zum Vergleich: Ein Collector-Booster-Display mit 12 Packungen lag bei 500 bis 600 €, eine einzelne Collector-Packung bei rund 35 €. Wer die Stufen 3 und 4 über Collector-Booster angehen will, gibt sehr viel Geld für sehr viele Doppelte aus.

Meine Entscheidung: 280 Karten

Ich sammle das Normalset mit 280 Karten. Foils und Eternal-Karten nehme ich mit, wenn sie mir über den Weg laufen, aber ich jage sie nicht. Das ist der wichtigste Tipp aus der ganzen Rechnung: Leg vor dem Kauf fest, welche Stufe dein Ziel ist. Wer „das Set“ sammeln will, ohne das zu definieren, landet irgendwann bei einer Liste, die er nie bezahlen kann.

In TCG-Completist kannst du dafür im Set ein Sammelziel festlegen, zum Beispiel nur einen Nummernbereich. Fortschritt und Restkosten beziehen sich dann auf dein Ziel und nicht auf alle 321 Karten.

So schließe ich die Lücken über Cardmarket

Die fehlenden Karten kaufe ich nicht einzeln zusammen, sondern so:

  1. Fehlende als Liste kopieren. Im Set „Nur fehlende“ anzeigen und die Liste kopieren. Cardmarket erkennt Kartennamen am zuverlässigsten auf Englisch, deshalb stelle ich die Liste vorher auf englische Namen um.
  2. Als Want-Liste bei Cardmarket einfügen und dort die Bedingungen festlegen: bei mir Sprache Deutsch, mindestens Near Mint, kein Foil, nicht signiert oder verändert.
  3. Shopping Wizard laufen lassen. Der rechnet aus, bei welchen Händlern du die Liste am günstigsten bekommst. Bei meiner Testliste kamen zwei Vorschläge heraus: 12 Bestellungen für zusammen rund 200 € oder 2 Bestellungen für rund 230 €. Die zwölf Einzelbestellungen sind nur auf dem Papier günstiger, denn jede bringt ihr eigenes Porto mit.
  4. Ausreißer prüfen. Der Shopping Wizard hat mir tatsächlich einen Händler vorgeschlagen, der für „Smaug der Prächtige“ 59.000 € haben wollte. Solche Angebote einfach aus der Auswahl nehmen. Blind auf „Kaufen“ zu klicken, ist bei langen Listen keine gute Idee.

Meine Strategie: alles unter 1 €, den Rest per Preisalarm

Neue Sets sind in den ersten Wochen am teuersten. Viele verkaufen die gehypten Karten gerade dann teuer, wenn alle sie haben wollen. Ich kaufe deshalb sofort nur die Karten unter 1 €. Meine erste Bestellung kostete 10,25 €, insgesamt habe ich so 31 Karten für rund 21 € bestellt. Alle teureren Karten bleiben auf der Want-Liste. Dazu setze ich in TCG-Completist einen Preisalarm auf den Trendpreis: Fällt eine Karte unter meine Grenze, bekomme ich Bescheid und schlage dann zu.

Wie man die Versandkosten bei vielen kleinen Bestellungen im Griff behält, steht ausführlich im Ratgeber Cardmarket: Porto sparen beim Nachkauf.

Fazit: Lohnt sich das Hobbit-Set?

Ehrlich gesagt: Als Einstieg ins Sammeln würde ich dieses Set niemandem empfehlen. Die Grundliste ist bezahlbar, aber alles darüber hinaus ist für normale Sammler kaum erreichbar. Wer das Set mag, sollte sich bewusst auf eine Stufe beschränken, die Grundliste über ein Display holen und den Rest mit Geduld und Preisalarm zusammenkaufen. Die allgemeine Abwägung zwischen Boostern und Einzelkauf findest du im Ratgeber Einzelkarten kaufen oder Booster öffnen?

Das komplette Hobbit-Set kostet 8.000 € – und ein Händler will 59.000 € für Smaug
Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen. Dabei werden Daten wie deine IP-Adresse an YouTube übertragen. Auf YouTube ansehen ↗

Mehr aus: Aus der Praxis

Erfahrungsbericht Neu
Lohnt sich ein Play-Booster-Display? Mein Hobbit-Display im Praxistest140 € bezahlt, 30 Booster geöffnet, jede Karte eingetragen: was im Magic-Display „Der Hobbit“ wirklich steckte, warum ich trotzdem Play-Booster kaufe und was ich heute anders machen würde.
Erfahrungsbericht Neu
Alte Magic-Karten gefunden? So findest du heraus, was sie wert sindEine vergessene Umzugsbox voller Karten von 1996 bis 2001, darunter eine Karte für 60 €: wie ich alte Sammlungen sortiere, bewerte und erfasse und worauf du dabei achten solltest.
Anzeige