Dein erstes Pokémon-Deck bauen: Schritt für Schritt
Noch nie Pokémon gespielt oder seit der Kindheit raus? So baust du aus deinen Karten ein spielbares Deck: 60 Karten, Entwicklungslinien, Trainer, Energie und typische Fehler.
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Viele haben als Kind Pokémon-Karten gesammelt, aber nie richtig gespielt. Oder
die letzte Runde liegt viele Jahre zurück. Dieser Ratgeber führt dich in 7
Schritten von „ich habe Karten“ zu „ich habe ein spielbares Deck“. Du brauchst
kein Vorwissen.
Pokémon in einer Minute
Jeder Spieler legt zu Beginn 6 Preiskarten verdeckt zur
Seite. Besiegst du ein gegnerisches Pokémon, nimmst du eine davon. Wer zuerst
alle 6 hat, gewinnt.
Für Pokémon mit Regel-Box wie Pokémon-ex nimmst du 2
Preiskarten, für Mega-Entwicklungs-Pokémon-ex sogar 3.
Du gewinnst auch, wenn dein Gegner kein Pokémon mehr im Spiel hat oder zu
Beginn seines Zuges keine Karte mehr ziehen kann.
Ein Pokémon kämpft aktiv, bis zu 5 warten auf der
Bank.
Pro Zug legst du 1 Energie an ein Pokémon. Attacken
kosten Energie, und eine Attacke beendet deinen Zug.
Was du als Wiedereinsteiger wissen solltest
Trainerkarten gibt es heute in drei Sorten:
Items (beliebig viele pro Zug), Unterstützer
(nur 1 pro Zug) und Stadien (bleiben liegen, für beide
Spieler).
Wer anfängt, darf im ersten Zug weder angreifen noch einen
Unterstützer spielen.
Im ersten Zug darf niemand entwickeln. Ein Pokémon, das du gerade erst
ausgespielt hast, darfst du in diesem Zug ebenfalls nicht entwickeln.
Hast du in der Starthand kein Basis-Pokémon, zeigst du die
Hand, mischst neu und ziehst 7 Karten. Dein Gegner darf dafür 1 Karte
zusätzlich ziehen.
Deine alten Karten aus den 90ern sind für ein Turnier nicht mehr erlaubt. Für
eine Runde mit Freunden darfst du aber spielen, worauf ihr euch einigt.
Schritt 1: Wie willst du spielen?
Freies Spiel: Alle Karten sind erlaubt, solange ihr euch
einig seid. Damit empfehlen wir zu starten.
Standard: das Turnierformat. Erlaubt sind nur neuere
Karten, erkennbar am Regulierungszeichen, einem Buchstaben
unten links auf der Karte. Welche Buchstaben gerade gelten, steht auf der
offiziellen Pokémon-Seite.
Schritt 2: Wähle ein Haupt-Pokémon
Jedes gute Deck hat einen Star: ein starkes Pokémon, das die
meisten Preiskarten holen soll. Oft ist das ein Pokémon-ex der Phase 1 oder 2,
zum Beispiel Glurak-ex. Schau in deiner Sammlung, welches starke Pokémon du
hast, und bau das Deck darum herum.
Bleib bei 1 Energietyp, höchstens 2. Sonst fehlt dir oft die
passende Energie für die Attacke.
Schritt 3: Entwicklungslinien richtig zählen
Ein Phase-2-Pokémon brauchst du nur, wenn auch seine Vorstufen im Deck sind.
Bewährt hat sich für die Hauptlinie die Verteilung 4-3-3: 4
Basis-Pokémon, 3 Phase 1, 3 Phase 2. Für eine Nebenlinie reicht 2-1-2 oder
2-2.
Die Trainerkarte Sonderbonbon (Rare Candy) entwickelt ein
Basis-Pokémon direkt zur Phase 2. Damit kannst du die mittlere Stufe etwas
knapper halten.
Schritt 4: Das Gerüst für 60 Karten
Teil
Anzahl
Wofür
Pokémon
12 bis 18
deine Angreifer und Helfer
Trainer
30 bis 36
Karten ziehen, suchen, wechseln
Energie
10 bis 14
für die Attacken
Das überrascht viele Wiedereinsteiger: Heute besteht ein Deck zur Hälfte aus
Trainern. Sie sorgen dafür, dass du die richtigen Pokémon und die Energie zur
richtigen Zeit auf der Hand hast.
Schritt 5: Die wichtigsten Trainer
Karten ziehen: Unterstützer wie Forschung des
Professors (Professor's Research). Plane 8 bis 12 Unterstützer ein.
Pokémon suchen: Items wie Nestball (Nest
Ball) für Basis-Pokémon oder Hyperball (Ultra Ball) für jedes
Pokémon.
Wechseln:Wechsel (Switch) holt dein
aktives Pokémon auf die Bank zurück.
Entwickeln:Sonderbonbon (Rare Candy),
wenn du Phase-2-Pokémon spielst.
Wie bei allen Karten gilt: höchstens 4 Karten mit gleichem
Namen. Nur Basis-Energie darfst du beliebig oft spielen.
Schritt 6: Lieber 4 gleiche als lauter Einzelstücke
Deine wichtigsten Karten gehören 3 oder 4 Mal ins Deck. Dann ziehst du sie
auch. Ein Deck aus vielen verschiedenen Einzelkarten spielt sich jedes Mal
anders und selten gut.
Schritt 7: Testen und anpassen
Misch das Deck und zieh 7 Karten. Eine gute Starthand hat
mindestens 1 Basis-Pokémon und eine Karte, mit der du ziehen oder suchen
kannst. Mach das 10 Mal.
Spiel ein paar Runden gegen Freunde oder gegen dich selbst.
Karten, die nie etwas bewirkt haben, fliegen raus. Ersetze sie durch
weitere Ziehkarten oder eine weitere Kopie deines Stars.
Ein Beispiel: ein Feuer-Deck für Einsteiger
Hauptlinie 4-3-3 deines Stars, zum Beispiel Glumanda,
Glutexo und Glurak-ex
2 bis 4 weitere Pokémon, die beim Ziehen oder Suchen
helfen
10 Unterstützer, die Karten ziehen
12 bis 16 Items: Bälle zum Suchen, Wechsel, Sonderbonbon
12 Feuer-Energie
Die Abkürzung: ein fertiges Deck als Vorlage
Am schnellsten kommst du mit einem fertigen Deck ins Spiel. Es gibt
Einsteigerdecks und Liga-Kampfdecks, deren Kartenlisten online stehen. Auch die
kostenlose App Pokémon-Sammelkartenspiel-Live zeigt fertige
Decks und exportiert sie als Liste. Diese Liste fügst du bei TCG-Completist
ein und siehst sofort, was davon schon in deiner Sammlung liegt.
So hilft dir TCG-Completist
Öffne im Konto-Menü 🃏 Decks und klick auf „Neues
Deck“. Wähle Pokémon als Spiel.
Füge eine Liste ein, zum Beispiel „4 Glurak-ex“ oder im Format der App
„4 Charizard ex OBF 125“. Deutsche und englische Namen werden erkannt.
Du siehst sofort, welche Karten du schon hast, welche fehlen und was der
Rest ungefähr kostet.
Willst du eine bestimmte Holo oder Reverse spielen, legst du den Druck mit
einem Klick fest. Fehlende Karten setzt du mit einem Klick auf die
Wunschliste.
Der Deckbau ist kostenlos.
Die 5 häufigsten Anfängerfehler
Zu wenige Trainer. 30 bis 36, nicht 10.
Unvollständige Entwicklungslinien. Ohne Vorstufen kommt
dein Star nie ins Spiel.
Zu viele Energietypen. Bleib bei 1, höchstens 2.
Zu wenige Basis-Pokémon. Sonst musst du oft neu ziehen.
Lauter Einzelstücke. Lieber 3 oder 4 Kopien der
wichtigsten Karten.
Mehr braucht es für dein erstes Deck nicht. Bau es, spiel es und verbessere
es nach jeder Runde.